BTW und GfK rechnen auf dieser Basis für das Gesamtjahr 2019 mit noch einmal rund 1,7 Prozent mehr Reisetagen im kommenden Jahr.
„Wir freuen uns sehr über diese anhaltende Ausflugs- und Reisefreude der Menschen und das kontinuierliche Wachstum und sehen sehr zuversichtlich ins Reisejahr 2019“, kommentierte BTW-Präsident Dr. Michael Frenzel die Ergebnisse. Man wisse aber natürlich auch um die politischen und konjunkturellen Unwägbarkeiten. Wie es international in Sachen Brexit, Handelszölle oder Ukraine-Konflikt weitergeht, ist unsicher. Die Wirtschaftsweisen senkten ihre Konjunkturprognose für 2019 zuletzt auf 1,5 Prozent. Frenzel: „Auch wenn die Zeichen im Tourismus aktuell klar auf weiterem Wachstum stehen, ist Wachstum auch in unserer Branche kein Naturgesetz. Sollte sich die Konjunktur auf mittelfristige Sicht weiter abkühlen, könnte dies nachlaufend auch unsere Branche treffen. Und genau deshalb brauchen wir politische Rahmenbedingungen, die den in der Mehrzahl kleinen und mittelständischen Unternehmen der Tourismusbranche in den aktuell guten genauso wie in möglichen schlechteren wirtschaftlichen Zeiten Stabilität verleihen. Hierfür muss die Politik Tourismus dringend stärker unter wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten betrachten. Schließlich geht es um 3 Millionen Arbeitsplätze und 4 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland.“ Die geplante nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung sei ein guter und wichtiger Ansatz. Der im Koalitionsvertrag zugesagte „ganzheitlich wirtschaftspolitische“ Ansatz müsse dabei aber auch konsequent verfolgt werden.
Ende November hatte der BTW gemeinsam mit dem Institut DIW econ im Tourismusausschuss des Bundestags eine neue Studie vorgestellt, die wirtschaftspolitische Empfehlungen für die im Koalitionsvertrag vorgesehene nationale Tourismusstrategie liefert. Die Handlungsempfehlungen reichen von Infrastrukturinvestitionen über den erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt für Fachkräfte aus dem Ausland bis hin zu einem fairen Regelwerk für die Digitalisierung. Frenzel: „Es muss zudem darum gehen, die Vielschichtigkeit der Branche und ihrer Themen auch politisch stärker zu koordinieren. Unter dem Motto ‚Tourism Mainstreaming‘ fordern wir, Gesetzesvorhaben aus den verschiedensten Ressorts künftig frühzeitig, konsequent und evidenzbasiert auf ihre Auswirkungen auf Tourismus und Tourismuswirtschaft abzuklopfen.“
Über die Studie: Der BTW-Tourismusindex misst auf Basis des GfK-Konsumklimaindex und des GfK MobilitätsMonitors die Bereitschaft der Deutschen, das verfügbare Einkommen in Aufenthaltstage im Rahmen touristischer Aktivitäten zu investieren. Dabei ist der BTW-Tourismusindex unabhängig von zu wählendem Beförderungsmittel, beabsichtigtem Reiseziel und geplanter Reisedauer und umfasst sowohl privat als auch kommerziell organisierte Reisen. Betrachtet werden Tagesreisen wie auch Reisen mit Übernachtung(en), deren Ziel mindestens 50 Kilometer vom Wohnort des Reisenden entfernt liegt. Ergänzend zu diesem Stimmungsindikator werden zurückblickend die tatsächlich getätigten Reisetage ermittelt.
Die Ergebnisse der Stimmungsbefragung stammen aus denselben monatlich durchgeführten persönlichen Interviews bei etwa 2.000 Personen (repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland), die auch Grundlage des GfK-Konsumklimaindex darstellen. Zusätzlich wird eine ergänzende Prognose für die nächsten Monate erstellt. Der MobilitätsMonitor umfasst eine regelmäßige, monatliche Erfassung des Reiseverhaltens der Deutschen bei 38.000 Personen in einer kontrollierten, feststehenden Consumer Panel Stichprobe.
Die nächste Veröffentlichung findet im Juli 2019 statt.
Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) e.V
Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft vertritt als Dachverband der deutschen Tourismuswirtschaft die gemeinsamen und übergreifenden Interessen dieser vielfältigen und starken Branche. Die Tourismuswirtschaft steht für rund 4 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland und beschäftigt 2,9 Millionen Menschen. Tourismus sorgt beispielsweise für rund 1,7 Millionen Arbeitsplätze in Hotellerie und Gastronomie, rund 350.000 im Sport-, Freizeit- und Kultursektor, mehr als 130.000 im Straßen- und Nahverkehrsbereich sowie rund 100.000 in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern (Quelle: BMWi-Studie "Wirtschaftsfaktor Tourismus").